Park Fiction Archiv für Unabhängigen Urbanismus / Park Fiction Archive of Independent Urbanism A.O.

20-ankünd2010

 

19-11-2006 – 14:19

Trotz der bedauerlichen momentanen Schließung des Cafébetriebs im Pudel: Das Park Fiction Archiv ist derzeit auf Verabredung geöffnet – e-mail an info(ät)parkfiction.org.

Park Fiction Archiv für Unabhängigen Urbanismus / Park Fiction Archive of Independent Urbanism

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Hier finden Sie Material zum „Park Fiction Archiv für Unabhängigen Urbanismus“, das als Erweiterte Fortführung von Park Fiction geplant wird. Neben stadtkritischen Texten von über das Projekt hinausgehendem Interesse, Ankündigungen und Konzepten für Symposien, Ausstellungen und Kongresse, Vortragsmanuskripte, Untersuchungen, Stadtbeschreibungen – auch die Geschichte des „Park Fiction Archivs für unabhängigen Urbanismus“, das als Keimzelle des Instituts konzipiert war, und wie es durch den bezirklichen Bauausschuss Hamburg Mitte verhindert wurde.

Here you find materials on the „Institute for Independent Urbanism“, planned as an extension by Park Fiction. Critical writings of general interest, invitations, abstracts and concepts for talks, congresses or exhibitions, sketches, researches, urban descriptions – as well as the history of the „Park Fiction Archive of Independent Urbanism“, conceptualized as the breeding cell of the Institute, and how it was stopped by the local council for building, in Hamburg Center.

Hamburg, den 17. März 2003 Intro Urbanismus, und die Frage der Aneignung der Stadt – das sind Fragen, die aus der Kunst nicht mehr heraus zu denken sind. Was noch zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts ein marginales Thema am Rande des Kunstbetriebs zu sein schien, schlägt sich auf Biennalen und internationalen Ausstellungen immer dominanter nieder, hat sich zu einem eigenen, lebendigen Strang der Kunst entwickelt. Weltweit wird an spannenden Projekten gearbeitet, die sich ihre Räume und Arbeitsfelder selbst suchen, die mit ausserkünstlerischen Feldern kooperieren, aus einer Alltagsperspektive heraus in Ökonomie, Informations-, Wissens- und Stadtplanungsysteme intervenieren, Netzwerke bilden, die Macht der Medien, der staatlichen und wirtschaftlichen Instanzen heraus fordern. Park Fiction Gerade in Hamburg brechen seit Mitte der Neunziger immer wieder neue und unterschiedliche Gruppen von KünstlerInnen forschend, kritisierend, intervenierend, in das sich auf den städtischen Raum erweiternde Feld auf. Mit Park Fiction ist hier eines der komplexesten und exponiertesten Projekte der neuen Art angesiedelt. Bereits sehr früh von der Kulturbehörde unterstützt, steht Park Fiction wie ein Bindeglied zwischen der langen Reihe von exemplarischen Projekten im öffentlichen Raum, die in Hamburg als einziger Metropole in Deutschland konsequent realisiert werden konnten, und den vielversprechenden Möglichkeiten und dem Elend, zwischen denen die Zukunft sich zu entscheiden hat. Gerade weil der Park Fiction Prozess mehr oder weniger abgeschlossen ist, geht es uns jetzt darum, das modellhafte daran heraus zu arbeiten, und mit der Erfahrung von Park Fiction im Rücken, weiter zu schauen nach dem globalisierten urbanistischen Horizont, der das Projekt über Hamburg hinaus interessant macht. Projekt: Park Fiction Archiv / Institut für unabhängigen Urbanismus Das Park Fiction Archiv und das Institut werden in dem aufgebockten ehemaligen Planungscontainer untergebracht. – Das Archiv besteht aus der Documenta11 Arbeit in komprimierter Form, erweitert um nicht gezeigte Videos und Materialien. Es bleibt direkt an dem Ort an dem es entstanden ist und zugänglich für die Öffentlichkeit, und weiter bearbeitbar für die Leute, die Park Fiction gemacht haben. – Die Gartenbibliothek wird endlich wieder zugänglich als Präsenzbibliothek für den Park. – Wie bei der D11-Installation, geht es beim gesamten Container Projekt darum, eine Form zu finden, wie sich ein sozialer Prozess darstellen, wie eine ästhetisch-soziale Bewegung erinnerbar gehalten werden kann. Darüber hinaus ist es ein Versuch, nach dem unabhängigen, interdisziplinären Planungsprozess auch eine unabhängige, interdisziplinäre Geschichtschreibung zu betreiben, und diese Möglichkeit gegen die Versuche, Projekte auf ihren Kunst- oder Politik- oder Stadtplanungscharakter zu reduzieren, zu behaupten. Daraus ergibt sich der Charakter des Archivs, das ein aktiver Ort werden soll, von dem etwas ausgeht, von dem aus Projekte oder Filmreihen für den Park organisiert und vorbereitet werden, oder Diskussionen aufgegriffen werden können. – Das Institut für Unabhängigen Urbanismus will Fragestellungen aufgreifen und weiter entwickeln, die am Ursprung von Park Fiction standen, die aber auf dem Weg der politischen Durchsetzung des Parks stark in den Hintergrund geraten sind. Stadt lesen; sich in die Stadt einschreiben; Raumpolitik; Körperpolitik; Hafenstadt, Migration und Globalisierung; Kunst, Subkultur und Gentrifizierung; Subjektivität und Wunschproduktion. Durch unsere D11 Kontakte zu Sarai Media Lab, dem Institut für Urbanismus, Erforschung des Alltags und Befreiung der Information in Delhi, oder zu Gruppen wie Ala Plastica aus La Plata oder Torolab aus Tijuana, beginnt sich für uns ein Weg abzuzeichnen, wie diese Diskussionen international vernetzt, auch in Hamburg geführt, und die Frage der Kunst-im-öffentlichen-Raum weiterentwickelt werden können . – Keinesfalls wollen wir jedoch bei aller Internationalität darauf verzichten, die über Jahre aufgebauten guten Kontakte in die Nachbarschaft, zu Jugendlichen, die schon als Kinder mit Park Fiction aufgewachsen sind und jetzt junge Erwachsene werden, oder zur lokalen aber bedeutenden Musikszene, ungenutzt zu lassen. Spezielle, kleine, unaufwendige Projekte, die versuchen werden, die Stadt aus einer unbekannten Alltagsperspektive heraus zu beschreiben, sollen ebenfalls vom Container ausgehen. Die aufgebockte Form des Containers zitiert die „Info-Box“ vom Potsdamer Platz, um sich über diese Anspielung in Bezug zu setzen zum realen gesellschaftlichen Reichtum und den sich in stadtplanerischen Großprojekten äußernden neo-autoritären Machtstrukturen. Der positive Bezugspunkt des aufgebockten Instituts ist El Lissitzky’s nie gebauter, eleganter „Wolkenbügel“ aus den zwanziger Jahren, an dessen Utopie aus verändertem Blickwinkel das Institut als kleiner konzentrierter Rhizomknoten, der mit geringem Aufwand betrieben werden kann, anknüpft..
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