RABE/WHITE Architekten gewinnen Wettbewerb Sankt Pauli Hafenkante
Das Park Fiction Komitee freut sich auf die Zusammenarbeit mit den Büros Rabe Landschaften / White Arkitekter. Die Entscheidung ebnet den Weg für ein aktives Elbufer für alle Hamburger:innen – und für eine konsequente Umsetzung der von Park Fiction organisierten Wunschproduktion.
Das Team um die in Hamburg-St. Pauli arbeitende Landschaftsplanerin Sabine Rabe und das renommierte schwedische Büro White Arkitekter hat den von der BUKEA ausgelobten Wettbewerb zur landschaftlichen Neuplanung des Elbufers gewonnen.
„Der Entwurf arbeitet produktiv mit der Weite des Raums, mit einigen wildromantischen Unterbrechungen: Baumbeschattete, felsige Buchten am Wasser.“
freut sich Birgit Hornung von Park Fiction.
„Das tolle daran ist, dass diese Entwürfe direkt abgeleitet sind aus Zeichnungen einer Anwohnerin die mit direktem Blick auf den zukünftigen Park wohnt.“
Ein neuer Fahrstuhl verbindet das gesamte Viertel rollstuhltauglich mit dem neuen Park und dem Bus.
Rabe/White tragen den Spirit des original Park Fiction ans Ufer.

„Das Entwurfsteam kann aus einer Fülle von über 800 Beiträgen schöpfen, die in einem einmaligen Beteiligungsprozess des Park Fiction Komitees von Nachbar:innen und Interessierten seit 2020 erarbeitet wurden.“
sagt Margit Czenki (Park Fiction).
Gekrönt wird die lange Fläche durch einen prächtigen Pavillon in Form einer Ananas. Kim Wrigley (Park Fiction) ist begeistert:
„Hier kann der Çay Bahçesi einziehen! Der Teegarten wird ein Ort der Begegnung, der den Park im Blick behält, und gemeinnützig organisiert ist – zum Verweilen, Limo schlürfen, Kaffee genießen, mit einer Ausgabe für BobbyCars, Basketbälle und sonstigen Spielereien.“

Bild: Rabe Landschaften / White Arkitekter
Der demnächst alte Park Fiction mit den heute vielbesungenen Palmen, ab 1995 aus einer unabhängigen Initiative von Nachbar:innen und Künstler:innen entstanden, ist einer der meistgenutzten Grünflächen in Hamburg. Weit über die Hansestadt hinaus ist das Projekt jedoch wegen des radikal demokratischen Planungsprozesses bekannt.
1995 waren Künstler:innen im Rahmen des Hamburger Programms für Kunst-im-öffentlichen-Raum von Kurator Stephan Schmidt-Wulffen zu „Intendanten“ von künstlerischen Prozessen in der „echten Welt“ beauftragt worden. Park Fiction kollektivierte Budget und Gestaltungsmacht – und konnte erstmals zeigen, dass das „Wissen der Vielen“ nicht in faden Kompromissen endet, sondern ungewöhnliche Ideen zu einem Gesamtwerk aus Kunst und Stadtlandschaft formen kann.
Christoph Schäfer, seit Beginn 1994 Teil des Park Fiction Projekts, sagt zum neuen Plan:
„Der Rabe/White Entwurf hat sich mit beeindruckender Genauigkeit in die Beiträge aus der Nachbar:innenschaft eingearbeitet – und daraus eine starke und überraschende Entwurfsidee entwickelt, die auf wunderschöne Weise mit dem Inselprinzip des bestehenden Park Fiction Geländes korrespondiert – und zugleich am Elbufer ein ganz neues Spiel mit den Gezeiten eröffnet, dass es so in Hamburg noch nirgendwo gibt.“

Bild: Rabe Landschaften / White Arkitekter
Das Park Fiction Komitee dankt allen Beteiligten an diesem Planungsprozess. Besonders Dipl. Ing. Caroline Hertel von der Planungsabteilung der BUKEA, die auf sehr einfühlsame, zugleich entschlossene Weise den Prozess geleitet und alle beteiligten Ämter und Stakeholder zusammengebracht hat. Und Abteilungsleiter Klaus Hoppe, der beim Blick auf Hamburgs Grünachsen und Blickbeziehungen nie den Esprit verloren hat, und beim gemeinsamen Ringen mit uns um diesen zukünftig noch bedeutsameren Ort immer im Blick behalten hat, dass der Uferstreifen am Ende für alle Hamburger:innen ein Gewinn sein soll.
Eine ganz wichtige Rolle haben die jungen Hamburger Planungsbüros projektbüro und uvm gespielt: Sie entwarfen eine Prozessstruktur, brachten die Stakeholder zusammen und testeten erste Ideen aus der Wunschproduktion am Ufer – nachahmenswert!
Nachdem mit der Entscheidung für Rabe/White die wettbewerbs-rechtlichen Fragen geklärt sind, freut sich das Park Fiction Komitee darauf, den Prozess wieder kreativer aus der Position kollektiver Künstler:innenschaft voranzutreiben.
Margit Czenki ordnet den gemeinsamen Erfolg politisch ein:
„Die Zusammenarbeit von Initiativen der Stadtbewohner:innen mit staatlichen Institutionen – um ein imaginationsreiches Gesamtwerk aus Natur, Kunst und Stadt zu schaffen, ist ein zukunftsweisendes Gegenmodell zum rechtsautoritären Trend.“

Bild: Rabe Landschaften / White Arkitekter
Pressemitteilung
Park Fiction Komitee
organisation@park-fiction.net
19. Februar 2026
